Der Schnee ist endgültig geschmolzen, die Vögel brüllen morgens schon laut durch die Gegend, der Winter ist vorbei, es wird Frühling. Eine Zeit, in der sich bei mir nun auch mal wieder vieles geändert hat:

Ich habe seit nunmehr etwa 7 Jahren hier im Hause bei der Pflege meiner inzwischen 85-jährigen Großmutter mitgeholfen. Sie ist Demenzkrank, inzwischen nahezu fast blind und Diabetiker.

Die letzten Jahre waren nicht immer wirklich einfach, aber so lange es hier funktionieren würde, so lange sollte sie auch lieber hier in ihrer gewohnten Umgebung bleiben. Auch wenn ich dafür teilweise größere Einschränkungen in Kauf nehmen musste. Denn ich konnte nicht einfach mal so irgendwo hin oder die Nacht einfach mal spontan wo anders verbringen, das war einfach nicht drin. Sowas musste ich mindestens Tage oder Wochen vorher alles planen und mit meinen Onkel und/oder mit meinen Vater alles abklären, damit ich zu den Zeiten quasi einen Omasitter hatte. Natürlich funktionierte das alles auch halbwegs gut, aber Spontanität war halt was anderes…

Nunja, seit letzter Woche Montag ist nun alles anders als zuvor, denn an dem Tag ist sie nach Nienburg in das Seniorendomizil „Im Meerbachbogen“ umgezogen, welche sich unter anderem auch auf demenzkranke Personen spezialisiert haben, welche zusammen in kleineren Gruppen pro Station leben.

Bis vor einer Woche wohnte sie jetzt hier im Hause – ich oben, sie im Erdgeschoss. Jetzt ist alles derzeit noch recht ungewohnt, sowohl für mich, als auch für sie. Aber inzwischen sind sich alle Angehörigen sicher, dass es die absolut richtige Entscheidung war. Denn dort wird sie gefördert und auch gefordert, sie hat dort ziemlich viel Abwechslung und Unterhaltung durch verschiedene Rahmenprogramme, sie hat gleichgesinnte, mit denen sie sich unterhalten kann – und wenn sie ihre Ruhe haben will, kann sie sich jederzeit in ihr Einzelzimmer zurückziehen. Außerdem konnte ich beobachten, dass sie jetzt nach all den Jahren wieder selbstständig ihre kompletten Mahlzeiten isst und die Getränke trinkt, was hier bei mir leider alles andere als selbstverständlichich ist. Hier kam seit einigen Jahren pro Tag nur 3x täglich der Pflegedienst, ich war durch meine Berufstätigkeit auch immer den halben Tag weg – wenn sie nicht vorm TV saß, lag sie schlafend auf dem Sofa und konnte dadurch nachts oftmals nicht wirklich (lange) schlafen. Nun geht sie lieber selbstständig zu den anderen Leuten in ihrer Wohngruppe, statt zu schlafen oder vor dem TV zu hocken. 🙂

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