Am Samstag war es soweit, nach über einem Jahr bin ich mal wieder nach Berlin gefahren. Wurde ja auch mal wieder Zeit. Und hatte auch einen Grund.

Nein, sogar mehrere Gründe.

Die kann man sogar nachlesen.

Sogar in diesem Blog.

Und zwar hier… 😉

Natürlich lief das Wochenende dann doch ganz anders als geplant, aber ich fange mal von vorne an.

Es war der 04.04.1979…

Nein, Moment, das ist dann doch zu weit vorne!!!

Also, neuer Versuch:

Es war Samstag, der 12.09.2009. Ich hatte die Nacht davor nicht sonderlich viel geschlafen, schließlich lag die Spätschicht @work noch nicht all zu lange zurück. Aber egal, dank meiner 4 nacheinander klingelnden Wecker bin ich rechtzeitig wach geworden, irgendwann bin ich dann auch total übermüdet aus meinem Bett gekrabbelt. Habe schnell mein Köfferchen und den Rucksack gepackt, ein wenig Körperpflege, nochmal schnell zur Bank und dann in den Bus ab zum Bahnhof in Verden.

Die Reise fing gut an, sogar einen freundlichen Busfahrer habe ich erwischt. So freundlich, dass ich 4,85 € für die Busfahrkarte gespart habe, nachdem ich nachgefragt hatte, ob mein DB-Online-Ticket auch für die Busfahrt gelten würde. Er war sich selber nicht ganz sicher (weil wegen Fernverkehrs-Ticket für IC/ICE), aber meinte nur, das es ja doof wäre, wenn ich jetzt für die Fahrt zum Bahnhof auch nochmal extra zahlen müsste.

Das habe ich dann auch gleich eingesehen, das ist ja auch garkein Problem bei mir, dann fahre ich halt umsonst die 25km zum Bahnhof… 😀

Also Danke nochmals an den Fahrer der VBN-Linie 735 am Samstag Morgen von Hoya nach Verden (Aller). 😉

Als ich am Bahnhof ankam, hatte ich noch genügend Zeit, das Richtige Gleis zu finden. Und zwar weil es erstens nur ein Gleis in Richtung Hannover gibt – und weil ich zweitens ja auch schon direkt davor stand. Und weil ich drittens ja auch wusste, wo das richtige Gleis liegt!

Das war ja einfach… 😀

Okay, nach etwa 10min Wartezeit fuhr mein IC nach Hannover auf dem (richtigen) Gleis ein, ich stieg ein, setzte mich auf einen freien Platz, nahm mein Netbook aus meinem Rucksack und machte es mir gemütlich.

Nach kurzer Zeit hatte ich einen netten Bekannten kennen gelernt, aber er verschwand irgendwie Stückchen für Stückchen, direkt vor meinen Augen.

Lag wohl daran, dass er „Käsebrötchen“ hieß und recht lecker war… *mjam*

Während dem Rest der Fahrt zum Bahnhof Hannover war ich erstmal nur am twittern, chatten, surfen und co – die Zeit bis zum Hauptbahnhof verging so schnell, das war der absolute Bahnsinn!

Kaum in Hannover angekommen, war ich da – und zwar in Hannover. Wer hätte das gedacht… 😀

Ich weiß, wer das gedacht hätte/hatte/hat:
Nämlich die vielen anderen Leute dort auf dem Bahnsteig! Die wollten tatsächlich auch alle nach Berlin. Ahnte ich zumindest. Denn sie trugen  so komische Shirts mit dem Aufdruck „Piratenpartei“, „Stasi 2.0“ oder „Zensursula“.

Moment – letzteres stand ja auch auf meinem T-Shirt… 😀

Aber ich hatte leider keine Zeit bzw. ich war noch nicht ganz wach, ich wollte mir erstmal ´n Kaffee holen, den brauchte ich jetzt erstmal.

Als ich mit einem frischen und heißen Kaffe in der Hand wieder die Treppen den Aufzug nach oben auf dem Bahnsteig nahm, waren die wartenden Piraten aber inzwischen alle weg, und deren IC auch. Und mein ICE nach Berlin würde auch bald in Kürze ein- und abfahren. Theoretisch…

Ich glaube, ich kaufe mir für meine Bahn-Reisen ein Extra- T-Shirt, wie ich es am selben Bahnhof etwa ein Jahr zuvor schonmal an jemanden kleben gesehen habe (denn es war Sommer und recht heiß):

Entschuldigen Sie bitte, dass ich zu spät bin, aber ich fahre mit der Bahn…

Egal, ich schweife ab.

Mal wieder..

Und zwar auch immer wieder gerne… 😉

Also nach rund 10min extra-Wartezeit fuhr endlich mein ICE ein, er war auch recht leer für Samstag Mittag, die Fahrgäste haben sind wohl alle in den kurz zuvor fahrenden IC reingequetscht. Mir soll´s recht sein. 😉

Der ICE war soooo leer, ich habe problemlos einen 4er-Tisch für mich alleine bekommen, den musste ich mir nur mit meinem PCeee teilen. Und dieser freute sich auch über die Steckdose am Tisch. Denn hat das Netbook ´nen vollen Akku, freut sich der Nerd. 🙂

Auch diese zwei Stunden Bahnfahrt vergingen recht schnell – ich versuchte zwar noch Kekse via Twitter unter die Leute zu bringen, aber die waren wohl alle entweder satt oder auf Diät. Ich nicht – ich bekam so langsam Hunger auf das achzehnte Frühstück an diesem Morgen, aber der ICE wollte einfach keinen kurzen Zwischenhalt einlegen… 🙁

Egal, bis Berlin war es zum Glück auch nicht mehr soweit – noch etwa eine Stunde Fahrtzeit mit dem Zug.

Kaum in Berlin angekommen, stürmte ich die Rolltreppen hinunter und inhalierte einen 99er bei Burger King, das müsse erstmal bis zum Hotel in Spandau reichen.

Also erstmal ab nach oben, den richtigen Bahnsteig finden, aber pronto – schließlich fährt mein RE nach Spandau in 30min. Ich habe es gerade noch rechtzeitig zum richtigen Bahnsteig geschafft – 29min später, und ich hätte von meinen Zug nur noch die Rücklichter bzw den Triebkopf gesehen… 😀

Die fast 30 Minuten gingen dann innerhalb von 30 Minuten auch vorbei, das alles fühlte sich aber dann doch eher so an, wie etwa 1800 Sekunden…

Und es wurden auch einige Sekunden mehr – ach was sage ich: MINUTEN!!!
(Verdammt, wo bekomme ich das Entschuldigung-dass-ich-zu-spät-komme-Shirt her…?!?)

Egal, nach etwa einer Viertelstunde (jetzt rechnet euch die Sekunden bitte selber aus, ich hab kein Bock mehr) war ich in Spandau am Bahnhof, hatte etwas Zeit die richtige Bushaltestelle zu finden und fand sie auch. Aber nicht toll. Denn es war eine von vier, natürlich die Letzte. Ich erwischte grad noch so den Bus.

Nach 7 Minuten Fahrtzeit stieg ich dann an der richtigen Haltestelle aus, verlief mich aber auch promt. Monty rief mich an und wartete schon am Hotel auf mich. Bis ich das gefunden habe, verging allerdings auch noch einiges an Zeit. Wäre ich ein Reiter gewesen, hätte ich nicht so lange gebraucht. 😉

Letztendlich fand ich das Hotel Reiter – aber nicht gut. Selbst das Ostel letztes Jahr hatte mehr Komfort – und das ist „nur“ das 1-Sterne-DDR-Design-Hotel gewesen. Dieses war an diesem Wochenende aber leider ausgebucht und eine billigere Bruchbude günstigeres Hotel fand ich nirgendwo in Berlin.

Egal, das Bett war in Ordnung, es gab sogar fliessend Wasser Strom auf dem Zimmer, das war für mich in dem Moment das Wichtigste.

Also schnell den Inhalt meines Koffers schnell ordentlich verstaut auf dem Bett verteilt, die wichtigsten Utensilien in meinen Rucksack verstaut und ab nach unten zu Monty ins Auto, schließlich würde die Demo Freiheit statt Angst in inzwischen etwa 10min beginnen.

Nach etwa 4 Umleitungen, einer gesperrten Straße, 10min Stau und 1.095.348 roten Ampeln waren wir schon nach nur einer guten Stunde im Parkhaus vom Potsdamer Platz.

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Die Demo

Es war inzwischen fast 16 Uhr, der Platz war prall gefüllt, überall Leute und Fahnen – manche waren orange, manche alkoholischer Herkunft.

Gut, ich muss zugeben, manche auch grün oder rot oder gelb oder einfach nur total bunt.

Der große Piraten-Truck war natürlich eines der Highlights dieser Demo, aber auch der Einfallsreichtum der Demonstranten war eigentlich einfach nicht mehr zu toppen!

Leider musste Sich Monty alsbald wieder auf den Weg in die Heimat machen, ihn erwartete leider noch ein wichtiges Geschäftsessen, welches er nicht wirklich platzen lassen hätte können. Von diesem Umstand war ich aber schon einige Tage vorher informiert, das war schon okay. 😉

So konnte ich recht flexibel reagieren, was fotografieren und filmen betraf. Als der Zug sich langsam durch die gesamte Stadtmitte geschlängelt hat und bald wieder seinem Ausgangspunkt – den Potsdamer Platz – erreicht hatte, sah ich mich gezwungen, die Menschenmassen auch mal nahezu komplett zu filmen. Also stand ich zu letzt einige hundert Meter vom Potsdamer Platz entfernt, stellte mich auf eine Mauer und filmte einfach drauf los.

Der Piraten-Truck fehlt darauf zwar fast komplett, aber den sieht man ja eh auf nahezu allen fsa09-Videos von YouTube, Vimeo und co… 😉

Morgen Am Wochenende folgt Teil 2 meines Berichtes – mit einigen Fotos, Erlebnissen, während und nach der Demo.

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