Ähm ja, also mir wird nachgesagt, dass ich ein sehr ruhiger Charakter wär,
und wenn ich nicht gerade Zerstreuung suche um nicht auf harmlose Passanten schießen zu müssen, kann das sogar stimmen…

Allerdings manchmal, ja manchmal brauche ich einen kleinen Flirt mit dem
Desaster. Und manchmal kann daraus auch eine heftige „Liebelei“ mit
dem nerven zerbrechenden, ausgewachsen unzurechnungsfähigen Inneren von mir sein, dass ich gern „Saft“ nenne…

Saft klingt friedlich genug um als Polohemdbestücktes, mit dem Krokodil auf eben jenem gesegneten Schwiegersohn einer Diamantenbestückten älteren Dame durch zu gehen und es klingt ebenso wild genug um in Sätzen gebraucht zu werden wie „Das is aber saftig“ und „Eine saftige tracht Prügel“. Obwohl mir meine höhere Bildung doch sagt, dass Saft ja das gärfähige, jedoch nicht gegorene, aus frischen oder durch Kälte haltbar gemachten Früchten hergestellte Getränk ist, ist mir doch klar, dass Saft in seiner höheren Bedeutung einfach viel mehr ist als das…

In meiner leicht dummgestellten, vom Proletariat gefolterten, nicht annähernd der Wahrheit entsprechenden Welt (oder von der Größe her eher Schrebergarten) ist Saft das pura Magma der Zeit und der Wollust auf den Moment. Und so wird in der folgenden Geldwäsche meines Großhirnes einfach die komplett uninteressante Wahrheit über den Gedanken meines alltäglichen Irrsinns geschrieben.
Langweilig, aber im folgenden wird euch wohl klar werden, dass ich für die
Wahrheit nie etwas über hatte…

Mit ähnlichen Gedanken im Fahrrad-Korb wie dem der einst einen Propheten dazu veranlasst hat ein Buch zu schreiben, dessen Einband schon zu hohe Lektüre wäre für meine Mitfahrer in der U-Bahn in der ich saß, saß ich in einer U-Bahn…
Spielte das alte „Falls ich die Hälfte der Mitfahrer in dieser U-Bahn – durch
äussere Umstände gezwungen – umbringen müsste, wer würde heute nicht mehr für sein Mittagessen bezahlen müssen“-Spiel und konnte mich wie immer nicht entscheiden und der Saft keimte in mir auf, als – ja, als es geschah…
Zum ersten mal…
Und noch immer kann ich es kaum fassen…

Denn es saß eine ältere Dame vor mir, die durch und durch, geradezu nach Langeweile und vergebenen Chancen stank. Sie stank nicht im herkömmlichen, durch Sinne erfassbaren Gestank. Sondern einfach nach Leuten deren längste Reise ich in meinem Badezimmer durch pures rumlaufen in 3 Stunden mit einer schwangeren Waldorfschülerinin der Form eines von einer Hasenfamilie aufgezogenen Schwanes nachtanzen könnte…
Und doch haben diese Leute Reisen unternommen…
Wie ich darauf komme? (Nein, ich gehe nicht wirklich davon aus, dass sich das jetzt einer von euch wirklich gefragt hat, denn allein das hätte schon die Antwort d) Currywurst…)
Also sie hatte eine Tasche…

Eine Tasche aus (und jetzt erinnert euch an den letzten Moment des letzten Males wo ihr einen Trommelwirbel vorgewirbelt bekommen habt) Worms
Worms an sich ist nun kein Grund eine Tasche zu tragen. Aber aus irgend einem kranken Grund, ist es das Hobby von langwiligen Leuten, den einen Urlaub ihres Lebens damit zu verbringen und zu krönen, einen 99Cent Stoffbeutel zu erwerben, der dann die nächsten 80 Jahre ihres Lebens in ein einziges Schaulaufen verwandelt, welches allein den Weg von Duisburg nach Djerba 2 mal ablaufen könnte. Paris ist nichts dagegen. Und es spart so viel Zeit…

Wenn diese Frauen nicht schon längst seit 90% ihres Lebens mit langweiligen James Dean-Verschnitten verbracht und doch in Wirklichkeit mit fetten verschwitzten, langweilige Geschichten über die Autofahrt nach Worms erzählenden, Halbstarken Versagern geschlafen hätten. Hätten sie die Frage von aufkeimenden Verehrern schon so gut wie beantwortet (die warscheinlich in einer durch Post-Versand versandten Liste gestellt worden währe, welche minderjährige im Eifer des Hormonengefechts an ihre „liebsten“, halbbüsigen Lustobjekte geschicht hätten).
„Wo ist dein Lieblingsplatz?“…
Oberstdorf, Freyburg, Kassel, Berlin und Sylt…
Wozu rumreisen, wenn man eine Tasche hat die die gesammte Geschichte von einer Weinreise nach Rheinhessen erzählt die im Bus nur 8 Stunden gedauert hat?
Und wissen sie, die Heizdecke die ich damals kaufte liegt immernoch irgendwo im Keller…

Ich kann sie ihnen zeigen, wenn sie mal auf einen Tee von Aldi mit Milch von Penny (weil die Milch da ja nen Cent günstiger ist) vorbei kommen wollen…

Ich jedenfalls bin jetzt ein Fan von solchen Leuten, deren Leben in eine halb
volle Themen-Tasche passt.

Denn auf meiner Liste…
Da stehen sie immer ganz oben…..

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